Sind einfach Lösungen immer schlecht?

Sind einfache Lösungen immer schlecht?

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  1. Sind 300 Jahre Freimaurerei wirklich ein Grund zum Feiern?
    Ich sage Nein, es ist ein Datum, an dem tiefste Besinnung angesagt sein sollte, weil nur wenig von dem, was Freimaurer 1717 sich wünschten umgesetzt wurde und Freimaurer immer dann, wenn es darauf ankam, oft auf der „falschen Seite“ standen.
    Deshalb sollte, nach meiner Meinung die – leider zu oft und intensiv betriebene – Rückschau „schlanker“ sein, weil die großen Namen uns heute allenfalls mit dem Nimbus des Großen und des Mächtigen umgeben, aber dem wirklichen Bild des Einflusses der Freimaurerei auf die heutige Gesellschaft nicht entspricht.

    Die genannten gesellschaftlichen Umbrüche sind ja nichts Neues. Seit dem 18. Jahrhundert leben wir in einer Welt die sich permanent verändert und vom Menschen ständige Neuorientierung und Anpassung fordert.
    Zugegeben, die Geschwindigkeit hat sich erhöht und die Reaktionszeiten verkürzen sich ständig.
    Das die Veränderungen mit der Industrialisierung der Wirtschaft, dem Aufkommen und Verschwindens von Nationalismen und der jetzt rasant fortschreitenden Globalisierung der Gesellschaft(en) zu tun hat, brauche ich niemand zu erklären. Viele nehmen diesen Strukturwandel allerdings nur diffus und oft als Bedrohung wahr.
    Die Antworten des Nils Bohr zeigen allerdings, dass ER schon damals in der Lage war nicht nur EINE Antwort zu geben, sondern er zeigte Mehrzahl von Lösungswegen auf – wobei er nicht nur „einfache Lösungen“ anbot.
    Das konnte er, weil er sowohl Theoretiker, als auch Praktiker war und beide Richtungen in seine Überlegungen einfließen ließ.
    Bei Freimaurern habe ich gelegentlich Zweifel daran, ob sie „die Theorie“, d. h. die Idee der Freimaurerei wirklich beherrschen und wundere mich deshalb bei manchen, wie deren praktisches Handeln aussieht.
    Als Lehrling brachte man mir bei, dass Freimaurerei im Wesentlichen in einer Symbolsprache verstanden werden kann.
    Sind allen Freimaurern wirklich die Symbolinhalte geläufig?
    Wenn ja, handeln Sie danach?
    Wenn Nein, was bestimmt ihr Handeln?
    Wenn es am Ende der Arbeit heißt:
    „Geht nun zurück in die Welt, meine Brüder und Schwestern, und bewährt euch als Freimaurer. Wehret dem Unrecht wo es sich zeigt, kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken, seid wachsam auf euch selbst“, setzt das voraus, dass der Auftrag begriffen und danach gehandelt wird.
    Das bedeutet tatsächlich:
    Wir MÜSSEN die Dinge hinterfragen, unseren Verstand gebrauchen und der bequemen Versuchung widerstehen, andere für uns denken und entscheiden zu lassen.
    Wir MÜSSEN aktiv an Entscheidungsprozessen in unserer Gesellschaft teilnehmen, aufbegehren gegen Missstände und die Wahrheit einfordern.
    Wir MÜSSEN ein stärkeres gesellschaftliches Element werden!

    Wir MÜSSEN unsere Abgeordneten mit Fragen löchern.
    Wir MÜSSEN wenn von uns verlangt wird zu springen, nicht fragen wie weit oder wie hoch, sondern uns verweigern!
    Wir MÜSSEN kritisch hinterfragen – nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich!
    Wir MÜSSEN dafür kämpfen, dass die Errungenschaften aus 300 Jahren Aufklärung, an denen unzählige Freimaurer einen nicht unerheblichen Anteil hatten, und die letztendlich in unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung mündeten, nicht auf den Altären der Macht oder Ideologien jedweder Natur, seien sie politisch korrekt, gesellschaftlich bequem, wirtschaftlich vorteilhaft oder sonst wie angeblich geboten sein, geopfert werden.
    Wenn es uns heute gelingt den Auftrag des ersten Grades ERKENNE DICH SELBST – und dessen zweiter Teil, der meist unbeachtet bleibt: UND WERDE DER, DER DU SEIN KANNST/SOLLST, zu erfüllen, dann haben Freimaurer zu einem späteren Jubiläum Anlass sich zu feiern, den ich derzeit kaum erkenne.

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