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Von Ivan Wojnikow

Die Einen behaupten, die Aufklärung sei gescheitert. Die Anderen glauben nach wie vor an ihre Ideale. Ohne genau zu wissen, wann und wie diese umsetzbar sind.

Gleichzeitig greifen Aberglaube, religiöser Fundamentalismus und Machtmissbrauch mehr um sich denn je.

Wo steht die Freimaurerei?

Eigentlich ist diese Frage so schon falsch gestellt. Denn es gibt sie gar nicht: DIE Freimaurerei.

Verbindend sind die Rituale, verbindend auch die historischen Wurzeln in der Zeit der mittelalterlichen Dombauhütten und später der Aufklärung. Doch gleichzeitig gibt es viele Unterschiede, die einerseits in landesspezifischen Gegebenheiten gründen, andererseits auch philosophisch-ethischen Differenzen geschuldet sind.

Da Freimaurerei weder Religion, noch Religionsersatz ist und erst recht keine keine politische Organisation, fällt es schwer, einheitliche Zielstellungen auszumachen.

Freimaurerei ist in erster Linie ein Freundschaftsbund, der dem Einzelnen Unterstützung bei seiner eigenen, ganz individuellen Entwicklung und Selbstfindung geben will. In diesem Sinn bezeichnen Freimaurer sich selbst gern als „Ungleiche Gleichgesinnte“.

Mehr Lich - Winkelmaß Freimauerer MagazinDer Mensch – so lehrt es das freimaurerische Ritual – ist wie ein unbehauener Stein und es ist an ihm selbst, seine „Kanten der Unvollkommenheit“ abzuschlagen.

Die anderen Schwestern und Brüder, die Loge oder gar die Großlogen geben dabei nicht vor, wie dies zu geschehen hat. Die Freimaurerei kann dem Einzelnen nur die Werkzeuge, wie den Spitzhammer (sprich: den ethisch-philosophischen Diskurs in der Loge) zur Verfügung stellen.

Die Idee, eine bessere Gesellschaft über die Verbesserung des Einzelnen erreichen zu wollen, ist sicher in einer Zeit, in der die Rufe nach einer „starken Hand“ lauter werden, nicht besonders populär.

Trotzdem ist es vielleicht gerade deswegen notwendig, sich als Freimaurer immer wieder der Eigenverantwortung bewusst zu werden.

Schon einmal hat die deutsche Freimaurerei diesbezüglich versagt. Von wenigen (allzu wenigen) Brüdern abgesehen, die in der NS-Zeit Widerstand leisteten, ergab sich die große Masse der Freimaurer mehr oder weniger ihrem Schicksal.

Dies darf nicht noch einmal geschehen!  Denn nicht umsonst heißt es im Ritual:

„Zieht nun hinaus in Welt und bewährt Euch als Freimaurer.
Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt.“

Mit brüderlichen Grüßen
Ivan Wojnikow - Masonic Art

Fotos: Andreas Collandi • www.Collandi.com

Interessantes für Freimaurer

Kommentare 1

  1. Aus diesem Grund habe ich ein Buch geschrieben, das auf die inneren Werte und die Möglichkeiten und Chancen der Freimaurerei im 3. Jahrtausend hinweist:
    Freimaurerei im 3. Jahrtausend –
    Eine Herausforderung für Freimaurer und Profane

    Man findet selten jemanden, der wirklich weiß was Freimaurer sind, was sie tun, was sie wollen und wohin ihre Aktivitäten führen (sollen). Das „freimaurerische Geheimnis“ scheint die Mitglieder des Bundes daran zu hindern, offen über den Sinn ihrer Arbeit in den Logen zu sprechen. Dieses Buch will versuchen, Licht in das Dunkel der Unwissenheit zu bringen. Es soll klar machen, wozu Freimaurerei dient. Ängste und/oder Befürchtungen beseitigen und die Wichtigkeit der Freimaurerei, jenseits jeder Ideologie, Religion oder sonstigen Weltanschauung, belegen.

    Taschenbuch EUR 12,99

    Über jede Buchhandlung ISBN 978-3-7386-2253-9 beziehbar.

    Werner J. Kraftsik

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