Das Vergissmeinnicht – ein freimaurerisches Symbol

Das Vergissmeinnicht – ein freimaurerisches Symbol

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Weltweit ist das Vergissmeinnicht heute ein von Freimaurern gern getragenes „diskretes“ Abzeichen. Da keine eindeutige freimaurerische Symbolik, wie etwa Winkel und Zirkel, erkennbar ist, bietet dieses Zeichen immer die Möglichkeit, gegenüber Außenstehenden die eigene Zugehörigkeit zum Freimaurerbund zu verschweigen und einfach zu behaupten man trage diese Blüte aus rein ästhetischen Gründen.

Da das Vergissmeinnicht keine Pflanze ist, die in irgendeinem Freimaurerritual eine Rolle spielt, stellt sich die Frage, wie es in Freimaurerkreisen zu seiner Popularität gekommen ist. Dazu findet sich folgende Erklärung:

Bereits vor dem endgültigen Verbot der deutschen Freimaurerlogen im Jahr 1935 hatte die Großloge „Zur Sonne“ 1926 eine Anstecknadel, bestehend aus einer einzelnen Blüte, als Tagungsabzeichen für ihren Großlogentag in Bremen ausgegeben. Das Abzeichen war in der Porzellanmanufaktur in Selb/Oberfranken herstellt worden und einige Tagungsteilnehmer trugen es auch nach dem Ende der Veranstaltung weiter am Revers .

Nach 1935, also dem offiziellen Ende der deutschen Logen, war auch das Tragen von freimaurerischen Abzeichen nicht mehr statthaft und konnte entsprechende Repressalien nach sich ziehen.

[embedyt] http://www.youtube.com/watch?v=D70HAVlpEKM[/embedyt] Quelle: Youtube

Ein Zufall kam etwas später den deutschen Freimaurern zu Hilfe: Das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes (WHW), eine von der nationalsozialistischen Regierung unterhaltene Organisation zum Einsammeln freiwilliger Spenden im großen Stil, gab in wechselnder Folge kleine Abzeichen an die Spender aus. Im Jahr 1938 hatte das WHW das Thema Frühlingsblumen gewählt und das Vergissmeinnicht war eines der offiziellen Motive.

Diesen Umstand, so heißt es, machten sich nun einige Freimaurer zunutze und trugen das Vergissmeinnicht ab sofort in Erinnerung an den oben genannten Großlogentag. In wieweit diese Geschichte tatsächlich den Tatsachen entspricht, bzw. von wie vielen Freimaurern tatsächlich das WHW – Vergissmeinnicht in diesem Sinne genutzt wurde, ist nicht belegt.

Tatsache ist jedoch, dass nach dem Krieg der für die neuere Geschichte der Freimaurerei sehr bedeutende und spätere erste Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland, Br.  Theodor Vogel, sich die Legende zu eigen machte.

1948 reiste Vogel zur Großmeisterkonferenz in die USA und verschenkte dort, aber auch auf späteren Reisen Vergissmeinnicht – Abzeichen. So fand das Symbol nach und nach weltweite Anerkennung und ist bis heute auch im englisch- und französischsprachigen Raum ein beliebtes Erkennungszeichen.

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