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Burka vs. Pokemon Go – Nachdenken über ethische Grundsätze

Winkelmaß Nicht zugeordnet 20 Comments

von Ivan Wojnikow

Wer mit der königlichen Kunst vertraut ist, weiß: Kein Freimaurer kann für einen anderen oder gar alle Freimaurer sprechen. Demzufolge ist das, was ich hier also schreibe, Spiegel meiner ganz persönlichen Gedanken, Ansichten und zum Teil auch Wünsche. Ich betone diesen, eigentlich allgemein bekannten Fakt, weil ich auch über Religion und Tagespolitik schreiben werde – was wiederum eigentlich in der Freimaurerei obsolet ist. Brüder – und natürlich auch Schwestern – sollen in der Loge einen Rückzugspunkt finden. Harmonie und Liebe sollen die Gemeinschaft prägen, nicht aufgeheizte politische oder religiöse Dispute. Das freilich ist schön gesagt – allein die Realität erschwert oft die Umsetzung dieses Anspruches.

Im Moment – wen wundert es – sind auch viele Logen durch die „Ausländer“- bzw. „Islam“-Debatte gespalten. Freimaurer sind eben auch nur Menschen. Mehr noch: Sie sind in der Regel Menschen, die sich intensiv mit ethischen Fragen auseinandersetzten. Denn letztendlich sind die freimaurerischen Rituale ja als eine Art Menschenschule, oder auch Schule der Menschlichkeit angelegt.

Schon der Begriff Schule aber gibt zu denken. Ich selbst arbeite als freiberuflicher Dozent in einer Schule, die Altenpfleger ausbildet. Hier gebe ich Ethikunterricht – was bei der ersten Begegnung mit den neuen Auszubildenden immer eine echte Herausforderung ist. ‚Ethik war das langweiligste Fach, das wir in der Schule hatten.‘ ist dabei noch eine der harmlosen Begrüßungen. ‚Ich kann mich an absolut nichts erinnern.‘ ‚Ich erinnere mich daran, dass wir im Ethikunterricht aus Nudeln einen Igel gebaut haben.‘ ‚Ethik ist doch dasselbe, wie Religion – und mit Religion können Sie mir gestohlen bleiben.‘ waren andere Statements.

Warum, so frage ich mich als Freimaurer, sind junge Menschen in unserem Land ethischen Fragen so fern? Liegt es am Unterricht oder am deutschen Schulsystem? Liegt es vielleicht daran, dass ein Nachdenken über ethische Grundsätze im Zeitalter von Pokemon Go einfach überholt ist? Oder handelt es vielleicht nur um ein sprachliches Problem, weil der Begriff Ethik nicht in den Zusammenhang gestellt wird, in dem es uns doch jeden Tag angeht?

Als Lehrer ist es meine Aufgabe, die Schüler dort abzuholen, wo sie stehen. Die meisten freilich stehen auf Punkt Null, sowohl in ethischer, als auch in gesellschaftlicher oder geschichtlicher Hinsicht. ‚Herr Wojnikow, erzählen Sie uns mal was darüber, wie das so war mit den beiden Weltkriegen in der DDR.‘ fragte mich einmal eine Schülerin von 22 Jahren. Wohlgemerkt – ich unterrichte in einer ganz normalen Schule, nicht in einer Sonderschule.

Nach meinem Dafürhalten ist der Grund für Unwissenheit und Desinteresse nicht die Schuld der Schüler, sondern derer, denen sie jahrelang geradezu ausgeliefert waren. Es scheint, als sei Deutschland nicht willens oder in der Lage, am Schulsystem grundlegend etwas zu ändern. Die Folge: Immer mehr Menschen versuchen, alternative Wege z.B. über freie Schulen zu gehen. Hausunterricht oder Selbststudium sind in Deutschland gesetzlich unzulässig, denn hier gibt es bekanntermaßen eine Schulflicht – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, in denen Bildungs- oder Unterrichtspflicht besteht.

Prof. Gerald Hüther über das Schulsystem in Deutschland • Quelle: Youtube (Datenschutzerklärung)

Insbesondere, was ethische Fragen betrifft, halte ich das deutsche Schulsystem für obsolet. Wie soll es z.B. möglich sein, ethische Standpunkte zu benoten? Darüber hinaus besteht ein tiefer Graben zwischen idealisierten ethischen Standpunkten und gesellschaftlicher Wirklichkeit. Um es etwas plakativ auf den Punkt zu bringen: Wie soll ein Ethiklehrer heutigen Schülern den Wert des kategorischen Imperativs vermitteln, wenn gleichzeitig eine Frau Petra Hinz ungeschoren davon kommt, nachdem Sie es aufgrund ihrer gefälschten Biographie bis in den Bundestag geschafft hat? (http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/petra-hinz-lebenslauf-faq-100.html)

Natürlich scheint es einfach, das immense ethische Vakuum, das in Deutschland herrscht, wieder zu füllen – insbesondere mit schnellen Antworten und einfachen Lösungen. Wenn Sie jetzt aber vielleicht denken, ich würde als Nächstes über die Schuld ewig Gestriger, der AfD oder muslimische Hassprediger schreiben, liegen Sie falsch, denn nicht der AfD-Wähler ist die Wurzel des Übels, sondern vielmehr die seit Jahrzehnten anhaltende gesellschaftliche Unentschlossenheit und Nachlässigkeit jener, die sich Ethik und Moral auf die Fahnen geschrieben haben.

Damit sind wir wieder bei der Freimaurerei. Bei jeder größeren Tafelloge wabert der Stolz auf die glorreiche aufklärerische Vergangenheit des Freimaurerbundes durch zahlreiche Trinksprüche. Doch leider ist es damit nicht mehr getan. Wenn wir unsere selbstgestellte Aufgabe, eine Schule der Humanität sein zu wollen, wirklich ernst nehmen, dann wird es höchste Zeit, diese Werte auch wieder zu praktizieren. Damit meine ich konkret ein Sich-öffnen nach außen, verstärktes soziales Engagement bis hin – in Deutschland z. Zt. geradezu ein No-Go in der Freimaurerei –  zur Jugendarbeit. Vor dem Verbot in der NS-Zeit haben Logen eigene Schulen und andere soziale Institutionen betrieben. Warum ist das heute nicht möglich?

Last but not least noch einige Worte noch zum Thema Islam. Alle jene jungen Menschen (meistens Männer), die mit einer Axt in einen Zug einsteigen, mit einem LKW in eine Menschenmenge fahren oder einen Sprengstoffgürtel zünden, tun dieses nicht aus finanziellen Überlegungen. Sie tun es – so krass das jetzt klingen mag – aus ethischen Überzeugungen! Auch gefährliche ethische Positionen sind letztlich Wertegerüste und eben diesen gilt es die eigenen Werte entgegen zu stellen.

Wenn  ein von „uns“ vertretener Wert darin besteht, dass jeder Mensch das Recht habe, sich nach seinen Vorstellungen kleiden zu dürfen, so ist m.E. jede Diskussion über ein Verbot von Burkas und Burkinis kontraproduktiv. Mit einem solchen Verbot würde man sich auf dieselbe Stufe derer stellen, die man ja gerade bekämpfen möchte.

Apropos „Bekämpfen“ – ist nicht vielleicht hier schon ein grundlegender Fehler in unserem Denken? Wäre es nicht vielmehr der richtige Weg, den anderen wirklich davon zu überzeugen, dass ein durch eine Burka verborgener Körper für Menschenverachtung und nicht für echte religiöse Werte steht? Dazu freilich bedarf es langfristiger Prozesse und vor allem erst einmal der Möglichkeit und der Bereitschaft, miteinander zu kommunizieren.

Ein rasch über das Knie gebrochene Verbot der besagten „muslimischen“ Kleidung wäre reiner Aktionismus. Zudem wird man in der gesamten Diskussion das Gefühl nicht los, dass wieder einmal der Sack geschlagen wird, wenn der Esel gemeint ist.

Karsten Polke-Majewski schreibt in seinem Artikel in der Zeit online sehr treffend: „Denn was zunächst nach höchster Verblödungsbereitschaft klingt, hat einen zutiefst rassistischen Kern. Ein Kleidungstück, das Millionen von Muslimas tragen (sogar auf olympischem Sand), wird symbolisch aufgeladen, um Menschen zu markieren, die man nicht haben will. Wenn man schon diese Menschen nicht verbieten kann, dann verbietet man eben ihre Kleidung, um sie zumindest an manchen Orten unsichtbar zu machen.“

Nun ist sicher der freimaurerische Gästeabend in der Loge nicht unbedingt der optimale Ort, mit Burkaträgerinnen und ihren Ehemännern zu diskutieren. Gleichwohl wäre es durchaus denkbar, in anderem Kontext das Gespräch zu suchen.

Egal, wie das am Ende aussehen könnte – zuerst einmal sollten wir uns auf unsere ethischen Werte zurück besinnen – deren wichtigster da immer noch heißt:

Freiheit

Kommentare 20

  1. Vielen Dank für diesen Artikel. Alles sehr treffend beobachtet. Nun wird es Zeit, an die Unsetzung zu gehen und die , sicher zahlreichen, Freimaurer zu sammeln, die aktiv werden wollen. In allzu viel Logen kommt es nicht zu solchen Aktivitäten, weil eine doch beträchtliche Zahl der Brüder meint, jede nach außen sichtbare Aktivität einer Loge gehe über den Sinn der Maurerei hinaus. Auf Logenebene mag das zutreffen, auch wenn ich es für Drückebergerei halte, aber sollte man dann nicht logenunabhäbgige Gruppen bilden, die sich dazu austauschen, wie sie Zeichen setzen können und ggf. ihre Kräfte bündeln ? Ich glaube , vielen täte es gut, nicht nur auf ausdrücklich profane Gruppen hierfür verwiesen zu sein, sondern offen freimaurerisch argumentieren zu können und sich auch der maurerisches Verschwiegenheit und Solidarität sicher zu wissen.

    Jugendarbeit und Arbeit mit Migranten wären meiner Meinung nach dabei die wichtigsten Tätigkeitdgebiete. Hier müssten die ethnisch bewussten Maurer in die geduldige Diskussion einsteigen. Ethisches Denken und Verhalten, Maßstäbe für das Leben, das ist es, was Not tut.

    Es gibt nichts Gutes außer man tut es! Wie also anfangen?

  2. „Nun ist sicher der freimaurerische Gästeabend in der Loge nicht unbedingt der optimale Ort, mit Burkaträgerinnen und ihren Ehemännern zu diskutieren. Gleichwohl wäre es durchaus denkbar, in anderem Kontext das Gespräch zu suchen.“

    Warum denn nicht? Was hindert uns Freimaurer daran, aktiv auf alle Migranten zuzugehen und diese zu unseren Gästeabenden einzuladen, die gern den Anschluss an unsere Gesellschaft suchen und sich hierbei lieber mit Menschen treffen und sprechen möchten, die zumindest den Anspruch erheben vorurteilsfrei zu Denken und tolerant zu sein – im Gegensatz zu vielen anderen in unserem Land?

    Wenn die Freimaurer einen Tempel bauen möchten, in dem Menschen aller Weltanschauungen und Religionen willkommen sind (solange sie den Tempel nicht nieder reißen möchten) – wären z.B. Gästeabende eine gute Möglichkeit, um neue Steinmetze zu finden.

  3. So eine Diskussion unter Freimaurern? Unterliegen nicht auch die Logen der Freimaurer einer eigenen speziellen Interpretation von ethischen Werten? Auch in Bezug auf die Kleiderordung sehe ich in den Logen keinen Handlungsspielraum und Frauenlogen sind doch immer noch irregulär?
    Warum also sollten sich die Bürger, Wähler und Steuerzahler nicht auch auf eine eigene Interpretation der ethnischen Werte einlassen? Die Bürger jedes Landes sind frei, dies für ihren Kulturraum, ihr Land oder ihre Heimat festzulegen. Die Mehrheit ist gegen die Vollverschleierung(Punkt).
    Ethik und Moral sind übrigens keine Einbahnstraße. In unserem Kulturkreis gibt es mittlerweile die Doktrin alles respektieren zu müssen, doch wann respektieren alle Gäste aus anderen Kulturkreisen unsere ethischen Grundsätze? Wir verbeugen uns zu viel und zu oft und dabei verlieren Europa und auch Deutschland immer mehr die eigene Identität.
    Eine Identität die jede Nation Europas geprägt hat und die Raum für die Entwicklung von Freiheit und Demokratie gegeben hat und, welche auch die Entstehung der Freimaurerei ermöglicht hat!

    1. Ich bin Ihrer Meinung, wenn Sie sagen, dass man nicht alles und jedes akzeptieren muss. Jedoch scheint es mir so zu sein, dass ein Verbot von Kleidung (egal welcher Art) eben einem lange erkämpftem Freiheitsrecht entgegen steht. Ich persönlich (nicht „die“ Freimaurer!) bin der Meinung, dass jeder sich kleiden sollen könnte, wie er/sie es mag. Das trifft auf Muslime genauso zu, wie z.B. auf die Hells Angels, deren Kutten ja in einigen Bundesländern verboten wurden. Kleidungsverbote sind – so sehe ich es – schon deshalb Unsinn, weil durch sie ja nicht der Mensch selber geändert wird.

      1. Ich möchte Ihnen ja gerne Recht geben. Ein Verbot von Kleidung macht grundsätzlich keinen Sinn, allerdings würden Sie auf der Straße Menschen ohne Bekleidung, vermummte Linke oder Rechte in Uniformen akzeptieren? Wohl eher nicht. Warum, weil wir damit bestimmte Dinge assoziieren. Genauso sehe ich auch die Vollverschleierung. Die Vollverschleierung ist für mich die Repektlosigkeit vor dem Rest unserer Gesellschaft.

        By the way, es gibt genügend Muslime in Deutschland und auf der ganzen Welt, die ohne Vollverschleierung auskommen. Natürlich darf niemand wegen seiner Religion benachteiligt werden, allerdings sollte diese auch nur im Rahmen der jeweiligen gesellschaftlichen Vereinbarkeit ausgelebt werden dürfen.

    2. …noch zu einer anderen Passage: das Argument „Die Mehrheit ist für oder gegen dieses oder jenes“ ist aus meiner Sicht niemals stichhaltig. „Die“ Mehrheit – wer immer das auch sein mag – denkt heute so und morgen so. Und: Wenn z.B. heute zum Thema Verschleierung eine Volksbefragung stattfinden würde und es würden z.B. 40 % der Deutschen daran teilnehmen (was sehr viel wäre) – dann ist die Mehrheit 60%, nämlich jene, die nicht mitstimmen würden. Wie wäre das also zu interpretieren?

      1. Der Punkt ist doch ganz einfach. Wer nicht zur Wahl geht, hat nichts zu sagen und hat somit keine politische Stimme! Da gibt es keinen demokratischen Spielraum.

        1. So kann man es sehen, jedoch was, wenn keine der sich anbietenden Parteien die eigene Meinung widerspiegelt? jetzt aber bitte nicht antworten: Eigene Partei gründen. – Und noch ein Gedanke: Auch NICHT wählen gehen zu können oder besser zu wollen ist eine Wahl. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Wahlgang. das war noch in der DDR und ich war im Grundwehrdienst in der NVA. Da wurde zur Wahl marschiert und unter Aufsicht der Unteroffiziere bei SED das Kreuz gemacht. Auch gab es keine Wahlkabinen.

  4. Mein lieber Bruder Ivan.

    deinen Beitrag finde ich überaus anregend. Dein gewähltes Zitat des Herrn Karsten Polke-Majewski, wie sein ganzer Artikel, der wirkt auf mich dagegen vor allem aufregend. Mich schützt eine gewisse Abstumpfung. Aber der Reihe nach.

    Beginnen möchte ich mit Abschnitt 5. Du findest dich also in der beneidenswerten Stellung eines Lehrers, der jungen Erwachsenen die Welt erklären darf. Und du befindest zumindest einen Teil davon in ethischen, gesellschaftspolitischen und geschichtlichen Belangen auf einem einem Kenntnisstand Null. Sie fragen nun dich, was du über unsere letzten Kriege und die DDR weißt. Auch wenn wir in unserer Generation von der Jugend schon mal als alte Männer betrachtet werden, wissen die natürlich sehr wohl, dass du auch nicht im Krieg warst und die DDR bestenfalls als noch unfertiger Mensch erlebt hast. Was erwarten sie nun eigentlich?

    Mit meinen Kindern im schulpflichtigem Alter erleben ich ein sogenanntes Déjà-vu. Wie ich es selbst in meiner Schulzeit erlebt habe, finde ich meine Kinder nun auch in der Situation, dass ihnen die Welt in ein paar ganz entscheidenden Aspekten von ihren Lehrern und den Schulbüchern anders erklärt bekommen, wie daheim von den Eltern. Und! Wie sie es es mit den eigenen Sinnen wahrnehmen. Eine Reaktion auf diese Herausforderung, die Wahrheit von der Lüge zu trennen, das ist die Verweigerung, das demonstrative Desinteresse. Nun vermute ich, deine Schützlinge sind darüber hinweg und erhoffen nun von Dir die Antworten, die diese Widersprüche auflösen. Das eingebettete Interview mit Prof. Gerald Hüther stützt diese Hypothese meiner Meinung nach. Und, mein Bruder Ivan, der du es wagst, die uns fremde Ethik als wahre Motivation der Attentäter und Terroristen als solche zu benennen, da bin ich mir sicher, du kannst deine Schüler zumindest in die Souveränität ihres Denkens zurückführen.

    „Wie soll ein Ethiklehrer heutigen Schülern den Wert des kategorischen Imperativs vermitteln, wenn gleichzeitig eine Frau Petra Hinz ungeschoren davon kommt, nachdem Sie es aufgrund ihrer gefälschten Biographie bis in den Bundestag geschafft hat?„ Ganz einfach! Anhand dieser Frau kann man das sehr gut erklären. Sie hat ja nun ihr Berufsleben kein Problem gehabt, den moralischen Zeigefinger ganz hoch zu recken. „Die versuchte und die vollendete Täuschung gehört ebenso zur Evolution, wie die sich daran entwickelnde Fähigkeit, genau diese aufzudecken und zu verhindern.“ Strafrechtlich hat sich diese Frau nichts zu Schulden kommen lassen, abgesehen von zu unrecht kassierten Bezügen. Es ist dieses System der beschnittenen und verhinderten Souveräne, die solch eine Unperson gewähren lassen. Im politischen System der Schweiz in dieser Tragweite schwer vorstellbar, weil die Verhältnisse politisch souverän denkende Bürger hervorbringt und derartige Exzesse früher auffliegen bzw. solch Typen erst gar nicht an den Start gehen lässt.

    Zum „ZEIT“-Artikel und der sich im Titelbild ihre zwei perfekt geformten Attribute zur Schau stellenden Frau, Wenn der Autor diese scheinbar offene Dame als Gegenpol zur burka-, burkini-, nijab- oder auch nur kopftuchtragenden Frau hinstellt, dann hat er schon das Thema verfehlt. Dieser wohlfeile Irrtum ist übrigens auch der Hintergrund für das moralische Desaster der Burkini-Polizei am französischen Strand. Denn die „scheinbar offene Dame“ steht in einer vollkommen anderen Situation: Sie geniest die natürliche freie weibliche Partnerwahl, damit auch die Freiheit, nach den Maßstäben einiger Zeitgenossen etwas Dummes tu tun. Die muselmanische Verhüllung der Frauen bedeutet zumindest hierzulande nichts anderes, wie dass sie unseren Söhnen auf dem Heiratsmarkt vorenthalten werden. Wenn ich meiner Tochter klarmachen würde, dass sie mir keinen Türken mit nach Hause zu bringen hat, was bin ich dann? Na, meine lieben Brüder alle, ihr kommt bestimmt allein darauf.

    Was dagegen die systematische Unterdrückung der freien weiblichen Partnerwahl durch Erziehung, Segregation und juristische Legitimierung für dramatische Folgen hat, das könnt ihr nachlesen in einem kürzlich erschienenen Buch mit dem Titel „Wahrheit ist unglaublich“ von einem gestandenen sächsischen Freimaurer. Der lässt wirklich nichts aus und wird in unseren Kreisen vermutlich noch etwas Aufregung verursachen. Und, meine lieben Brüder, die wir ja alle das brüderliche Gespräch zu schätzen wissen, eine Erfahrung möchte ich Euch noch preisgeben; Mindestens ebenso erquickend ist das Gespräch mit einer reifen und lebensklugen Dame, mit der man sich wechselseitig nichts mehr vormachen kann und nichts mehr vorzumachen braucht.

    herzlichst aus dem „dunkeldeutschen“ Sachsen
    Tilo Bretschneider

  5. Lieber Ivan Wojnikow,
    Du sprichst mir aus der Seele und hast die Sache auf den Punkt gebracht.
    Für mich hat, neben der seit vielen Jahren praktizierte Weg der von Ideologen vordefinierten „political correctness“ zu dem Verhalten geführt, das wir heute erleben.
    Und was die Freimaurer betrifft, ist das „Versagen der Freimaurerei“, wie ich es in meinem Buch beschrieben habe, die Folge der rückblickend, verklärenden Sichtweise vieler Brüder die Ursache für die Unfähigkeit sich den Problemen der heutigen Zeit mutig entgegen zu stellen.
    Dabei beinhalten, für mich, die Ideale der -ursprünglichen- Freimaurerei das Beste, was menschlicher Geist je hervorgebracht hat.
    Ungeachtet ethischer, politischer, religiöser oder sexueller Präferenzen könnten Freimaurer die bitter notwendige Ethik bieten, um den nach Sinn suchenden Menschen Antworten und Lösungswege aufzuzeigen.

  6. Lieber Br. Ivan Wojnikow,
    ich teile Deine Meinung zum größten Teil. Doch bevor wir beginnen aktiv zu werden, und uns auf unsere (individuellen) Werte besinnen, möchte ich deutlich auf etwas hinweisen.
    Nämlich darauf, das wir uns der Definition der Freiheit, persönlich jeder für sich, Gedanken machen sollten, was diese wohl für jeden Einzelnen bedeutet. Erst wenn wir hier einen Konsens gefunden haben wird es uns möglich sein effektiv zu handeln.
    Freiheit ist für mich ein eher unattraktives Wort. Es wird benutzt um z.B. Menschen zu bestimmten Verhaltensweisen zu bewegen. Wir müssen uns klar darüber sein, das es so etwas hier in unserer physischen, psychischen, fiskalischen, und politischen Existenz gar nicht geben kann.
    Freiheit ist höchstens ein Kompromiss. Daher ist die Definition „Freiheit“ für mich betrachtet eher unscharf.
    Ich finde die Definition „Aufklärung“ viel interessanter. Im Zusammenhang mit der (gewollten) Unmündigkeit der Bürger und der Bewusstmachung dieses Umstandes, kann wahrscheinlich viel mehr erreicht werden.
    Herzlichst
    Br. Roman W.

  7. Das geht auch alles in einem Satz: Der Islam ist nicht in unsere christliche Gesellschaft integrierbar.
    Ergo: Burka und Mosche – ade. Das höre ich übrigen jeden Tag – auch von Brüdern !!!

  8. Liebe Brüder und Schwestern,
    wir alle wissen, daß man nicht künstlich einfache Dinge verkomplizieren muß.
    Nichtsdestotrotz gibt es zu echten komplexen Problemen (und ich bin mir sicher, daß wir alle uns einig sind, daß dies eines ist) keine einfachen Lösungen.
    Deswegen empfinde es nicht nur als tieftraurig, sondern auch als unverhohlenen Affront, daß Herr Seehofer (den ich hier bewußt so nenne) permanent ein Vergißmeinnicht trägt.
    In dem aktuellen Klima bei der angewandten Politik empfinde ich dies als Spucken auf die Menschlichkeit und, um 1984 zu zitieren, als einen stiefelbewehrten Tritt in ein menschliches Antlitz !
    Und zu „nach außen sichtbaren Aktivitäten“:
    Jeder trägt dazu bei, Farbe zu bekennen und auch allein der Finsternis entgegenzutreten.
    Umso viel stärker im Verbund – United we stand, divided we fall ! Benjamin Franklin’s (keinesfalls beliebige) universell gültige Überlegungen sind nach meinem Dafürhalten auch heute noch unumschränkt gültig. Was bedeutet schon Zeit?
    Position zu beziehen, Flagge zu zeigen, den Menschen Hoffnung geben und klar Stellung zu beziehen, daß sie nicht mit ihren Sorgen und Nöten allein sind, wird nicht bewältigt, indem Spendenaktionen zu Waisenhäusern durchgeführt werden !
    Natürlich ist auch so etwas wichtig und nötig – aber das enthebt NICHT von persönlichem Farbebekennen; ob allein oder in der Loge.
    Mir ist durchaus bewußt, daß dies sehr offensiv ausgedrückt ist, aber ich denke, es sollte jedem klar sein, das wir als Gesellschaft an einem Scheidepunkt stehen. Und es ist Zeit, klar zu sprechen.

      1. Vielen Dank für den Hinweis.
        Ich bezog mich konkret auf 2 Presse-Konferenzen, bei denen ich mich nicht versehen hatte; danach mag ich durchaus „optisch voreingenommen“ gewesen sein – hierfür muß ich mich klar in Demut üben.
        Nichtsdestotrotz bleibt meine Kritik an einer aggressiven, dumm-naiven Politik, die als nüchtern-besonnen und krisenorientiert hingestellt wird, nicht zuletzt um sich an AfD-Wähler und PEGIDA-Marschierer anzubiedern, bestehen.

        1. Ja, mein lieber Br. Vincent, es ist wirklich Zeit, klar zu sprechen. Du wirst noch mehr Gründe erkennen, um Dich in Demut zu üben., denn Du gehörst zweifellos zu der Gruppe, die sich irgendwann eingestehen müssen, dass es nicht zu schaffen ist. Die Welt funktioniert in Regelkreisen und Ihr, damit meine ich politische Ansichtenträger allgemein und darunter eben auch einen Teil unserer Bruderschaft, ihr habt es mit der Gleichheit etwas sehr übertrieben und das Pendel wird zurückschlagen. Ich sehe, wie meinen Kindern ihr zustehendes imaterielles Erbe zerstört wird. Ich sehe, wie Krieg entsteht! Und wenn wir den überleben sollten, dann werden wir auch über den Vorangegangenen ganz anders reden. Dann werde ich auch zu denen gehören, die diesen wahnsinnigen Leuten von heute ganz unangenehme Fragen stellen werden. Nach besten Kräfte werde ich mich bemühen, dass den Ideologen und ihre Paladinen der Prozeß gemacht wird, sie enteignet werden, um damit die Staatsverschuldung und die Opferfonds zu bedienen. Das schreibe ich Dir als alternativloser AfD-Wähler und gelegentlicher PEGIDA-Spaziergänger im Eingeständnis, dass es mir gerade schwerfällt, meinen Zorn zu bändigen. Hier schreibe ich unter meinem Klarnamen und meiner Mail-Adresse ad.bretschneider@t-online.de, damit Du mich finden kannst, um die Konversation fortzuführen. Und bevor Du dich weiter anschickst, dich unter Ausschluss deiner von Dir oben benannten unbequemen „Nächsten“ mit dem Rest der Welt zu verbrüdern, so will ich Dich unbedingt vorab darauf hinweisen, dass diese Sorte Menschen, die sich anmaßen , Dir und uns allen den vollumfänglichen Umgang mit ihren Schwestern zu verweigern, dass diese niemals unsere Brüder sein können. Kein Volk der Welt geht mit Fremden eine Solidargemeinschaft ein, deren Töchter den eigenen Söhnen auf dem Heiratsmarkt vorenthaltenn werden!

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