Jens Rusch - Königliche Kunst - Freimaurer Wiki - Winkelmaß Magazin - Freimaurer

Braucht die königliche Kunst wirklich königliche Künstler?

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Er liebt Wortspiele. Die deutsche Sprache erscheint ihm oft verräterisch, entlarvend. Letztlich inspirierend. Gern flüchtet er sich in die Welt der Symbole. Die Ikonographie der Freimaurerei wurde irgendwann eine bestimmende Wegmarke. Er betrachtet sie als das, was sie ursprünglich einmal sein sollte: Ein Angebot an denkende Menschen.

Ein Interview mit dem Freimaurer und Künstler Jens Rusch

Winkelmaß: Lieber Br. Jens, beginnen wir mit dem, was dich in erster Linie auszeichnet: Dein künstlerisches Schaffen. In allgemeinem Sinne können deine Motive als real bis surreal bezeichnet werden. Warum diese Form der Kunst?

Jens Rusch: Die präzise Genre-Bezeichnung wäre eigentlich „Phantastischer Realismus“, womit Inhalte und Arbeitsweise umrissen wären. Aber ich experimentiere zu gern, klare Konturen verschwimmen manchmal bei mir. Mir liegt daran, den Betrachter spüren zu lassen, dass es etwas hinter der sichtbaren Oberfläche einer Leinwand geben könnte. Während einer Ausstellung höre ich genau hin, welche Reaktionen und Assoziationen ich provoziert habe. Nicht selten entstehen daraus neue Bildideen. Mit meinen 66 Jahren bin ich neugierig wie ein kleines Kind.

Winkelmaß: Du hast dich Zeit Deines Lebens gesellschaftlich engagiert: als Mitorganisator der „Wattolümpiade“, in „Stark gegen Krebs“ und nicht zuletzt als Freimaurer. Wie beurteilst du den heutigen Stand unserer Gesellschaft?

Jens Rusch: Es wäre strapaziös, hier wieder die Plattitüden vom gescheiterten Wertewandel zu bemühen. Ich habe das in meinem Zyklus „Sinnsuche“ auszudrücken versucht. Wir haben das Experiment Mensch perfektioniert bis zu den Möglichkeiten einer globalen Selbstzerstörung. Wenn man diese Gesamtzusammenhänge zu verstehen versucht, wird Europa zur Provinz und unsere Politik so janusköpfig, dass ich nur hoffen kann, dieses Leben ohne Krieg und Not über die Runden zu bringen. Ich habe nie unter Depressionen gelitten, aber die aktuelle Entwicklung drängt mich in diesen Gefahrenbereich.

Winkelmaß: Was ist dir – auch vor dem Hintergrund dieser knappen Analyse – wirklich wichtig im Leben?

Jens Rusch: Eine oft selbstzerfleischende Ehrlichkeit ohne jegliche Alternative, Alltags-Altruismus, Menschenliebe und Achtung vor der Schöpfung. Eine spaßorientierte Arbeitsumgebung, Demut und Sarkasmus, wenn es um meinen Krebs geht.

Winkelmaß: Stichwort: Krebs – wie sind deine Erfahrungen mit dieser „Volkskrankheit“?

Jens Rusch: Mein eigener ergebnisoffener Höllenritt ließ mich erkennen, wo im regionalen Gesundheitswesen Mankobereiche das Überleben Krebsbetroffener gefährden. Damit begann eigentlich ein langer Kampf für Patienten-Autonomie. Heute schauen wir stolz auf eine Krebsberatungsstelle Westküste, Angehörigenzimmer, ein Palliativ-Hospiz und viele Veranstaltungen sowie unseren Verein STARK gegen KREBS e.V. Das wird alles durch ein kreativ blödsinniges Spaß-Event namens „Wattolümpiade“ finanziert, durch das wir über 330 000.- Euro an Benefiz-Erlösen generiert haben. Kürzlich wurde einer meiner Mitstreiter mit dem Verdienst-Orden des Landes Schleswig-Holstein hierfür ausgezeichnet.

Winkelmaß: Wie unterstützen dich dabei andere Freimaurer?

Jens Rusch: Viele unserer Referenten rekrutiere ich aus unserem Bruderbund, auch unser Verein mit Sitz in Frankfurt wird formgebend von Freimaurern unterstützt. Es hat sich bewährt, unser Netzwerk zu instrumentalisieren. Irgendwann wird man verstehen, dass diese bereits bestehenden Strukturen das kraftvollste Signal freimaurerischer Karitas sein könnten. Gelegentliche Preisverleihungen oder Schecküberreichungen haben keine vergleichbare Permanenz. Eine von Herzen kommende Karitas wäre für mich die Quintessenz freimaurerischen Engagements. Deshalb bin ich auch Shriner geworden.

Winkelmaß: Wie beurteilst du den heutigen Stand der deutschen Freimaurerei?

Jens Rusch: Etwas hilflos gegenüber zeitgemäßen Errungenschaften. Die Wahrung ethischer Werte wird mir oft zu fundamentalistisch aufgefasst. Eigentlich sollte es ja unsere Aufgabe sein, die moralisch-ethischen Errungenschaften unseres Selbsterziehungs-Systems in die Gesellschaft zu tragen, diese mit zu formen. Während die Welt sich auf einer Schnellstraße bewegt, traut man sich jedoch kaum auf den Fahrradweg. Es gibt eine Hand voll freimaurerischer Visionäre, aber die werden zu oft ausgebremst. Doch auch das hat Tradition und ist deshalb vielleicht mit einiger Berechtigung sogar auf eine kluge Weise konservierend. Nicht umsonst berufen wir uns ja perpetuierend auf die formgebenden Höhepunkte unserer eigenen Geschichte.

Winkelmaß: Du bist zu allem bisher Angesprochenem auch noch der Schöpfer und Betreiber der Plattform www.freimaurer-wiki.de. Was hat es damit auf sich?

Jens Rusch: Die virtuelle Freimaurer-Enzyklopädie mit der deutschsprachigen Bezeichnung „Freimaurer-Wiki“ ist in wenigen Jahren zu einem der größten internationalen Wissens-Archive und öffentlich positiven Darstellung des weltumspannenden Facettenreichtums der „Königlichen Kunst“ geworden. Artikel in den wichtigsten Weltsprachen und integrierte Sprachtools machen dieses möglich.

Winkelmaß: Du hast das Freimaurer-Wiki 2009 allein gegründet. Solch ein Projekt ist von einem Einzelnen nicht wirklich zu stemmen…

Jens Rusch: Inzwischen werde ich von zahlreichen namhaften Autoren und einem Redaktionsteam von versierten Schwestern und Brüdern, Museums-Fachleuten und Archivaren unterstützt. Die Liste der freimaurerischen Forschungseinrichtungen ist lang und wird täglich kraftvoller vernetzt. Die Beispiele Quatuor-Coronati oder das virtuelle Archiv „Phoenixmasonry“ stehen für viele weitere Institutionen, die das Online-Lexikon unterstützen.

Winkelmaß: Wo steht das Freimaurer-Wiki heute – und wo soll es sich hin entwickeln?

Jens Rusch: Weit über 5000 Inhaltsseiten und über 24 Millionen Seitenzugriffe zeugen von einem steigenden Interesse an freimaurerischer Wissensvermittlung. In diesen Tagen werden wir die Grenze von 25 Mio Aufrufen knacken. Zu Beginn wurden wir – auch aus Kreisen der deutschen Freimaurerei – beäugt, teilweise angefeindet. Man vermutete „Geheimnisverrat“, was natürlich Unsinn ist. Dennoch war es mir wichtig, von Beginn an auf eine glaubwürdige Transparenz zu setzen. Das haben die Brüder inzwischen begriffen.
Später, nachdem das Freimaurer-Wiki in Umfang und Bedeutung angewachsen war, traten neue „Gegner“ auf den Plan: Wir sind inzwischen neunmal Ziel von Hackerangriffen geworden. Gerade aber solche Erlebnisse bestärken mich in meinem Tun: Ich möchte den unsäglichen Verleumdungen und dem nicht steuerbaren Konspirations-Wahnsinn im Internet etwas Wirkungsvolles entgegensetzen. Die kraftvollsten Instrumente der Freimaurerei hierfür sind für mich glaubwürdige Redlichkeit und eine intelligente Darstellung unserer würdevollen Geschichte.

Winkelmaß: Wie finanziert sich das Freimaurer-Wiki?

Jens Rusch

25 % des Erlöses aus dem Verkauf seiner Werke, werden von Br. Jens für den Erhalt des Internet-Lexikons Freimaurer-Wiki verwendet.

Jens Rusch: Das Freimaurer-Wiki ist auf Spenden angewiesen, denn es gibt keine offizielle Trägerschaft. Zwar treten uns die deutschen Großlogen mittlerweile mit viel Wohlwollen entgegen, aber eine regelmäßige finanzielle Unterstützung ist hier derzeit nicht zu erwarten. Wir werden von Künstlern, einzelnen Brüdern und Schwestern aber auch von Logen unterstützt. Das gewährleistet eine unabhängige Redaktion nach journalistischen Kriterien.

Winkelmaß: Wie siehst du die Zukunft des Freimaurer-Wikis?

Jens Rusch: Meine Sorge gilt der Zukunftsfähigkeit des Freimaurer-Wiki´s. Wenn ich nicht mehr bin, würde das Lexikon nach einem Jahr abgeschaltet werden. Jahrelange, intensive Arbeit eines großartigen Teams wäre dann Geschichte.

Winkelmaß: Wir hoffen, dass dieser Fall nicht eintreten wird.

Dir, lieber Bruder Jens, vielen Dank für dieses Interview.

Das Freimaurer WIKI international

Das WIKI hat mittlerweile über 25 Millionen Besucher zu verzeichnen

encyclopedia_masonica_flyerFlyer informieren inzwischen in 5 verschiedenen Sprachen über das Freimaurer-Wiki. Immer häufiger werden diese Informationen auch von Logen für ihre Gästeabende angefordert. Da auf diese Weise die Abende zuhause und im Internet noch einmal umfangreich und nachhaltig vertieft werden können, hat bereits mancher Sinnsucher zu „seiner“ Loge gefunden.

Br. Jens dazu:
„Ich würde das nicht als „Werbung“ bezeichnen. Wir offerieren lediglich unaufdringlich eine respektable Möglichkeit, „gefunden“ zu werden.“

Links:
www.freimaurer-wiki.de

Mit biologischer Komplementärmedizin gegen Krebs

Jiaogulan - Jens RuschMit „Jiaogulan“ (Unsterblichkeitskraut) verbinden sich die Hoffnungen Krebsbetroffener.

Jens Rusch gilt für viele Betroffene als Pionier, denn seit 2005, als er die Pflanzenstämme als erster Deutscher mitbrachte, hat er bis 2014 viele tausend der segensreichen genetischen Jiaogulan-Stämme verschenkt.

Auf seiner Website finden Sie eine Übersicht seiner seither gesammelten Erkenntnisse zur sinnvollen, abgestimmten biologischen Komplementärmedizin, auch in anderen Betroffenheits-Bereichen.

Link:
www.jiaogulan-rusch.com

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