A hero is gone - David Bowie

A hero is gone – Gute Reise, David!

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11. Januar 2016 – von Ivan Wojnikow und Andreas Collandi

Für viele Menschen unserer Generation, insbesondere mit DDR-Hintergrund, ist der heutige Montag ein sehr, sehr trauriger Tag. Denn uns erreichte die Nachricht, dass David Bowie, bürgerlich David Robert Jones, seine Musikinstrumente gestern für immer aus den Händen gelegt hat.

Gerade einmal zwei Tage alt war sein neues und letztes Album „Blackstar“: Ein Werk, auf das viele seiner Fans sehnsüchtig gewartet haben. Nun ist „Blackstar“ unerwartet schnell Davids Abschiedsgeschenk an uns geworden.

David Bowie

Foto: Jimmy King / Sony Music

Für uns war Bowie mehr als nur eine Pop-Legende, ein Rockstar oder ein Avantgarde-Künstler. Mitten im grauen DDR-Mief und realsozialistischer Spießbürgerlichkeit blendete uns plötzlich schrille Farbenpracht. David Bowie erschien uns geradezu als menschgewordenes Symbol für Freiheit. Damit meine ich nicht einmal an erster Stelle unsere Sehnsucht nach Reisefreiheit, die uns erlaubt hätte, Bowies Heimatland oder wenigstens ein Konzert von ihm zu besuchen. Mehr faszinierte uns seine Art sich selbst zu befreien, sich als Person neu zu erfinden.

Und war Bowie überhaupt nur eine Person? War er Mann oder Frau? War er nicht all das, was jeder von uns in sich trägt – Lust, Wut, Angst und die Sehnsucht, mit dem Universum zu verschmelzen? Wie ein tausendfarbiger Stern stand David in all seiner leuchtenden Farbenpracht über uns. Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern – „Oh, we can be heroes, just for one day“.

Abgesehen von seiner musikalischen Genialität (belohnt durch mehr als 140 Millionen verkaufte Tonträger) zeigte er uns, dass es möglich ist, abseits von gesellschaftlichen Konventionen, seinen eigenen Weg erfolgreich zu gehen.

Untrennbar verbunden mit ihm sind die Erinnerung an „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo.“ Pisse, Kacke, Drogen – auch das kann der Preis der Freiheit sein. Mit Major Tom flogen wir hinaus ins Weltall, mit Ziggy Sturdust stiegen wir in den Abgrund. Ja, da war noch Frischluft zwischen sozialistischer Persönlichkeit und Klassenkampf.

Dann spielte Bowie 1987 direkt an der Berliner Mauer auf Westberliner Seite. Im Osten versammelten sich die Fans und wurden von der Stasi attackiert. Gerangel, Unruhen, Verhaftungen. Nach der Wende konnten wir ihn endlich live sehen. Zusammen mit vielen anderen Bands und dem zweiten Headliner Prodigy war David Bowie in Leipzig. Damals kostete eine Karte noch 29 DM. Gute alte Zeit.

Gestern nun ist David Bowie gestorben. Ist er das wirklich?

Manchmal wird geraunt, Bowie sei Freimaurer gewesen. Möglich ist es, bestätigt ist es bisher nicht. Was Bowie selbst nicht leugnet, ist seine Auseinandersetzung mit thelemitischen Ideen (Thelema = wahrer Wille). Bowie zeigte sich als ägyptischer Gott und dichtete in einem Song:

I’m closer to the Golden Dawn; Immersed in Crowley’s uniform Of imagery„.

Egal, zu welchen Organisationen er gehörte oder nicht gehörte – sein Werk bleibt unvergessen und wird uns weiter tragen. In guten und schlechten Tagen.

Danke, David Bowie.

„Blackstar“

Erst zu seinem Geburtstag am 08.01.2016 erschien Bowies letztes Album „Blackstar“. Es war eine Offenbarung! Denn so etwas hatte man bis dahin nicht gehört. Weder von Bowie selbst, noch im Musikbestand der Menschheit, in jenen 30 Millionen Stücken, die sich heute jederzeit und überall frei konsumieren lassen.

Er schenkte uns noch einmal etwas, wofür es keinen Namen gibt und womit selbst Radiomacher und Musikkritiker schon begrifflich überfordert waren.

Danke David!

 • Quelle: Youtube Channel David Bowie / VEVO (Datenschutzerklärung)

 • Quelle: Youtube Channel David Bowie / VEVO (Datenschutzerklärung)

Kommentare 3

  1. In uns allen steckt der Wunsch den Weg der Wahrheit zu finden und unser kurzes Stück im ewigen Lauf schön zu machen.
    Mr. Bowie, Danke für deine Schönheit die in uns kam.
    Wie oben gesagt…es bleibt immer die Hoffnung in uns…wir haben es erlebt. Danke für die guten Worte.

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